Alle Farben der Karibik:

ein Törn durch die Kleinen Antillen

Von Sascha Burkhardt, alle Rechte vorbehalten

Alle Farben der Karibik (Bericht)

 

 

 


Wetter

Die Antillen befinden sich zwar auf der Nordhalbkugel, dennoch ist eine der besten Reisezeiten der Winter (November bis Mai). Denn das ist dort die trockenere Jahreszeit – mit 27 Grad Lufttemperatur im Mittel –, und die Passatwinde aus Nordost sind stetig. Sie können mit konstanten sechs Beaufort wehen. Im Sommer dreht der Passat eher auf Südost und wird schwächer. Das Klima ist dann regnerischer und schwül-heiß. Hurrikans kommen vor allem am Ende des Sommers und im Herbst vor. Die Dünung kann an den West- und Nordseiten der Inseln recht hoch sein, und zwischen den Inseln können die Wellen unruhig werden.  

Die vom Vercharterer angegebenen Frequenzen waren nicht immer zu empfangen. Am einfachsten bekamen wir die Infos bei Landgängen: ein kurzer Anruf an der Basis oder aber eine Nachfrage bei den örtlichen Behörden gaben Auskunft. Die Überwachung des Bordbarometers ist eine gute Hilfe, allerdings darf die natürliche Schwankung im Tagesverlauf um 3hPa nicht vergessen werden. (Maxima um 10 Uhr morgens und abends, Minima um 4 Uhr nachmittags und nachts.)

Navigation

Allgemein muß mit einer schlechten  Betonnung und Befeuerung gerechnet werden, nachts sind Anlandungen an den meisten Stellen absolut unmöglich. Die Dunkelheit bricht zwischen 18 und 19 Uhr herein. Rechtzeitiges Anlaufen der Ankerplätze ist unabdingbar. Die Betonnung entspricht dem amerikanischen System (Hafeneinfahrt rote Tonnen an Steuerbord halten). Meistens muß bei Landannäherung nach „Wasserfarbe“ navigiert werden, und die Korallenriffe geben sich stellenweise sehr tückisch. Westversetzende Strömungen können zwischen den Inseln spürbar auftreten, die Gezeitenschwankungen sind relativ gering. Die Kompaßmißweisung von 13 bis 14 Grad West ist ständig einzuberechnen!    

Häfen, Ankerplätze und Einkaufen


Philipsburg - die bunte Einkaufsstraße Front Stree

Gute Schutzhäfen sind rar. Auf St. Kitts gibt es nun auch eine kleine Marina. In St. Barth kann man ebenfalls einen Platz am Kai zu vernünftigen Preisen bekommen. Auf Guadeloupe gibt es mehrere Marinas im Bereich von Pointe-à-Pitre sowie einen kleine Hafen südlich von Basseterre. 

Also: Ankern und das Dingi wassern!   

Einklarieren

Häufiges Ein- und Ausklarieren ist Pflicht. Selbst wer von St. Martin nach Guadeloupe segelt, muß in St. Martin ausklarieren und in Guadeloupe wieder einklarieren, obwohl beide zu Frankreich gehören. Die Preise für die Prozeduren schwanken, bis zu ca. 40 Mark müssen pro Clearance gerechnet werden. Niemals sollten Mitsegler als Passagiere, sondern immer nur als Crewmitglieder deklariert werden.   

Unsere Charterbasis in St. Martin

Wir waren mit einer Moorings 445 (Bénéteau Océanis) unterwegs, die in Oyster Pond an der Ostküste stationiert ist. Der Zustand der Schiffe ist gut, die Ausrüstung mehr als komplett. Die Basis mit deutschsprachigem Personal unterhält auf vielen Inseln je einen örtlichen Vertreter, der bei technischen Pannen oder Notfällen rasche Hilfe bietet. One-Way-Törns sind ab St. Martin auf Wunsch in alle Richtungen möglich. Moorings Deutschland GmbH, Candidplatz 9, 81543 München, Tel. 089/693 50 80, Fax 089/69 35 08 17, E-Mail: Moorings-Deutschland@t-online.de, Internet http://www.moorings.de/

 

Karten und Führer

Für die Planung und die Sprünge zwischen den Inseln eignet sich hervorragend die Imray-Iolaire A3 „Anguilla-Dominica“: sie deckt den Bereich zwischen St. Martin und Guadeloupe ab. Weitere „Imray-Iolaire“ gibt es für Details der jeweiligen Inseln. Alle Karten sind grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen.

GSM-Telephon

In St. Martin, St. Kitts, Nevis und Montserrat gibt es momentan noch kein GSM 900-Netz: hier funktionieren nur Telefone nach dem amerikanischen Standard. Auf und um St. Barthélemy, Guadeloupe und Les Saintes kann man auch deutsche Handys mit freigeschalteter Auslandsoption benutzen. Die analogen Funktelefone an Bord einiger Charterschiffe funktionieren ebenfalls nur auf einigen Inseln. 

Anreise

Air France fliegt St. Martin täglich ab Paris an, Zubringerflüge gibt es ab elf deutschen Flughäfen. Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe wird zweimal täglich angeflogen. Zwischen St. Martin und Guadeloupe fliegt Air Guadeloupe drei Flüge pro Tag.  

Weitere Auskünfte

Verkehrsamt von Guadeloupe, Bethmannstr. 58, 60311 Frankfurt, Tel. 069/28 33 15, Fax 069/28 75 44, Internet http://www.guadeloupe.karibik.org/ und http://www.st-martin.org/